26. GERRY WEBER OPEN vom 16. – 24. Juni 2018

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Alexander Zverev stürzt den Rasenkönig

Finale in Halle – Größter Karriere-Sieg für jungen Deutschen

Der Rasenkönig hat seinen Thron räumen müssen! Alexander Zverev feierte im Halbfinale der GERRY WEBER OPEN 2016 den größten Sieg seiner Karriere! In einer packenden und phasenweise auch dramatischen Begegnung setzte sich der 19-jährige Senkrechtstarter gegen den Weltranglistendritten Roger Federer mit 7:6 (4), 5:7 und 6:3 durch und erreicht damit sein zweites Finale auf der ATP World Tour. Federer hat dagegen den Sprung in sein elftes Finale in Halle/Westfalen verpasst.

Ohne einen Anflug von Nervosität, sondern viel mehr mit riesengroßer Vorfreude nahm Alexander Zverev eine der bisher größten Herausforderungen in seiner Karriere an. Vor 11.500 Zuschauer im ausverkauften GERRY WEBER STADION begegnete der Deutsche dem achtmaligen GWO-Champion aus der Schweiz mit furchtlosem und offensivem Rasentennis. Gelang es einem Spieler in längeren Ballwechseln in die Offensive zu gehen, dann war es meist der 19-jährige Hamburger.  Gelegenheiten dazu gab es aber nur wenige, denn beide schlugen stark auf und gaben dem jeweiligen Returnspieler kaum Gelegenheiten in den Ballwechsel zu kommen. Zverev attackierte allerdings immer wieder erfolgreich den zweiten Aufschlag des Maestros – einen Breakball gab es im ersten Satz aber dennoch auf beiden Seiten nicht zu sehen.

Der selbstbewusste Auftritt Zverevs hinterließ bei Federer aber Spuren. Der Weltranglistendritte bewegte sich nicht leichtfüßig genug, baute zu wenig Druck auf und leistete sich im folgenden Tie-Break auch noch drei Vorhandfehler. Zverev schnappte sich den Tie-Break mit 7:4 und gewann im zweiten Match gegen sein großes Idol erstmals einen Satz. Der erste Schritt zu einer großen Wachablösung?

Doch so weit war es noch lange nicht. Auch Satz zwei entwickelte sich zu einem echten Tennis-Thriller zwischen Zverev und seinem 15 (!) Jahre älteren Gegenüber. Es knisterte regelrecht auf den Rängen, während die Aufschlagspiele immer umkämpfter wurden. Die ersten beiden Breakbälle für Zverev beim Stand von 3:4 wehrte Federer mit zwei Assen ab, ein Spiel später vereitelte der Deutsche gleich drei Breakbälle des achtmaligen Halle-Champions. Es war ein echter Nervenkrimi, bei dem Federer nach dem vierten vergebenen Breakball sogar seinen Schläger schmiss. Dafür nutzte der Schweizer die nächste Gelegenheit mit einem gefühlvollen Stoppball zum 6:5, der Rest war reine Formsache. Unter dem tosenden Jubel der Zuschauer verwandelte der Schweizer seinen ersten Satzball zum 7:5.

Federer schien sich jetzt etws besser auf den Aufschlag des Lokalmatadors eingestellt zu haben und war in dieser Phase der etwas aggressivere Spieler. Zverev hielt aber mit erstaunlicher Konzentration und Gelassenheit dagegen. Erst wehrte der deutsche Hoffnungsträger früh im dritten Satz vier Breakchancen des dreifachen Wimbledon-Siegers ab, dann nutzte er selber gnadenlos seine allererste Chance und zeigte weiter keinen Anflug von Nervenflattern. Und so schmetterte sich der deutsche Davis Cup-Spieler, der durch diesen Erfolg am Montag erstmals unter den besten 30 Tennisspielern der Welt stehen wird, nach 2:06 Stunden zum größten Sieg seiner bisherigen Profi-Karriere.  

Für Zverev war es nicht nur ein Erfolg gegen sein Idol, sondern auch der erste Sieg in seiner Karriere gegen einen Top Ten-Spieler. Federer verlor erstmals seit 14 Jahren in Halle/Westfalen ein Match vor dem Finale. Auch damals kam mit Nicolas Kiefer der Gegner aus Deutschland.

Alexander Zverev scheint bei den 24. GERRY WEBER OPEN nicht aufzuhalten zu sein. Jetzt warf er auch Rasenkönig Roger Federer aus dem Turnier. FOTO: GERRY WEBER OPEN / KET
Entthront: Roger Federer verlor erstmals seit 14 Jahren wieder vor dem Finale in Halle/Westfalen. Foto: GERRY WEBER OPEN/KET