27. GERRY WEBER OPEN  15. – 23. Juni 2019

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Federer behält bei Hitzeschlacht kühlen Kopf

Zwei-Satz-Erfolg über Mischa Zverev – Jetzt wartet Titelverteidiger Mayer

Selbst diese Affenhitze konnte ihm nichts anhaben! Roger Federer steht nach einem echten „Rasenklassiker“ im Viertelfinale der GERRY WEBER OPEN. In einer unterhaltsamen Partie setzte sich der Schweizer bei hochsommerlichen Temperaturen mit 7:6 (4), 6:4 gegen die deutsche Nummer zwei Mischa Zverev durch. 

„Mischa hat ein tolles Spiel gemacht. Mir gefällt dieses ständige Attackieren nicht so, aber er macht das sehr gut. Es hätte auch in die andere Richtung gehen können. Mischa kann stolz auf seine Leistung sein“, richtete Federer als frischgebackener Viertelfinalist erst die Worte an den unterlegenen Deutschen, der auch im vierten Match gegen Federer ohne Satzgewinn blieb, aber eine mutige Vorstellung zeigte. 

Die Rückhand von Roger Federer ist vielleicht der Schlag der Tennisjahr 2017 geprägt hat – und er entschied auch den ersten Satz im Achtelfinale gegen Mischa Zverev. Über 11.000 Zuschauer im „Glutofen“ GERRY WEBER STADION sahen ein klassisches Rasenmatch mit vielen Netzangriffen in dem beide Akteure zunächst viel über den Aufschlag regelten. Während der Deutsche vor allem mit seinem ersten Aufschlag haderte, unterliefen Federer zu viele Fehler, ehe er gegen Ende des Satzes immer besser returnierte. 

Im neunten Spiel ließ der Maestro bereits drei Satzbälle ungenutzt, sodass die Entscheidung im Tie-Break gesucht werden musste. Mittlerweile funktionierte vor allem der Rückhand-Return des achtfachen GWO-Champions immer besser und genau dieser Schlag bescherte ihm auch das entscheidende Mini-Break. Den Satz veredelte der Weltranglistenfünfte schließlich mit einem traumwandlerisch sicher verwandelten Rückhand-Passierschlag.  

Jetzt hatte die Begegnung mächtig an Fahrt gewonnen, auch wenn vor allem Federer für seine Verhältnisse zu viele Fehler machte: Am Ende hatte der Schweiter 28 „unforced errors“ auf seinem Konto. Dafür ließ er bei eigenem Aufschlag nichts mehr zu. Der beim Return sehr defensiv positionierte Zverev machte gegen Federers Aufschlag im zweiten Satz nur drei Punkte. Auf der anderen Seite nahm der „Fed-Express“, wie schon in Satz eins, in der „Crunch Time“ immer mehr Tempo auf. Ein Vorhandcross auf die Füße von Zverev brachte dem Favoriten den ersten Breakball, den er mit einem weiteren Passierschlag zum 5:4 verwandelte. Derweil ließ die deutsche Nummer zwei nichts unversucht, doch als es darauf ankam, stellte Federer seine Vormachtstellung auf dem Haller Rasen unter Beweis und beendete seinen Arbeitstag nach genau 90 Minuten mit dem zweiten Matchball. 

„Mischa macht die Winkel sehr klein. Ich musste nah an die Linie spielen. Da machen wenige Zentimeter den Unterschied. Aber das war sicher mein bestes Spiel auf Rasen in dieser Saison. Zum Glück fühle ich mich hundertprozentig fit. Vielleicht fallen demnächst auch noch ein paar mehr Bälle auf die Linie“, resümierte der Schweizer. 

Am Freitag wartet nun mit Titelverteidiger Florian Mayer gleich der nächste Deutsche auf Federer. „Es wird ein etwas anderes Spiel. Flo hat wunderbare Variationen in seinem Spiel. Ich musste hier auch schon hart gegen ihn kämpfen. Es wird sicher ein hartes Spiel“, sagte Federer und blickte somit bereits auf den Viertelfinal-Freitag voraus. Federer und Mayer spielten in Halle übrigens schon drei Mal geeinander und bestreiten ihr achtes Match auf der ATP World Tour. Die bisherigen sieben Vergleiche gewann alle Roger Federer. 

 

Erleichtert: Roger Federer steht nach seinem Zwei-Satz-Sieg über Mischa Zverev im Viertelfinale der 25. GERRY WEBER OPEN.