26. GERRY WEBER OPEN vom 16. – 24. Juni 2018

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Khachanov rockt die "Russendisco"

Newcomer aus Moskau erreicht erstes Halbfinale bei einem 500er-Event - 7:6(8), 4:6, 6:4 gegen Rublev

Das war „Russischer Rock ´n´ Roll“! Karen Khachnov hat im Duell der russischen „NextGen“-Stars das Halbfinale erreicht. In einer intensiven Partie mit zahlreichen temporeichen Grundlinien-Duell setzte sich der 21-Jährige gegen seinen zwei Jahre jüngeren Landsmann Andrey Rublev mit 7:6 (8), 4:6 und 6:4 durch. 

Das erste Viertelfinale der 25.GERRY WEBER OPEN war ein Duell zweier echter Freunde, die sich im Wettkampf rein gar nichts schenkten. Rublev und Khachanov kennen sich seitdem sie zehn Jahre alt sind, trainieren beide in Barcelona und verbringen viel gemeinsame Zeit auf und neben dem Platz. „Es wird keine Geheimnisse geben, nur ein Freundschaftsspiel. Wir werden unser Bestes geben“, kündigte Rublev an und sollte damit Recht behalten. Von Beginn an zelebrierten die beiden Russen Power-Tennis vom Feinsten und spielten mit viel Zug vor der Grundlinie. Khachanov zeigte dabei etwas mehr Durchschlagskraft, sein Kontrahent spielte mit mehr Kontrolle. Gleich zweimal verpasste es Khachanov den Satz nach Hause zu servieren, ehe er in einen spannungsgeladenen Tie-Break den vierten Satzball zum 10:8 verwandelt hat – alleine für diesen Satz brauchten die „NextGen“-Stars 62 Minuten. 

Der Satzvorsprung gab Khachanov aber keine Sicherheit, viel mehr war jetzt Rublevs Kampfgeist erwacht. Der 19-jährige Wildcardstarter attackierte besonders den zweiten Aufschlag seines Landsmannes viel energischer, belohnte sich mit einem schnellen Break und nahm Khachanov auch noch ein zweites Mal sein Service ab. Als sich der Weltranglisten-38. in der Schlussphase des Satzes noch mal zurückkämpfte war es schon zu spät – im zweiten Anlauf machte Rublev bei eigenem Aufschlag das 6:4 und damit den Satzausgleich perfekt. 

Auch im dritten Satz war in der „Russendisco“ weiterhin reichlich Musik drin, und da durfte es gerne schon mal etwas lauter werden! Wieder hatte Rublev den besseren Start. Khachanov fehlte in entscheidenden Moment häufig die Ruhe und auch die Fehlerquote des Favoriten – in der Weltrangliste stehe Khachanov 68 Plätze vor seinem Freund - erhöhte sich. Doch Rublevs Break zum 2:1 war nur der Auftakt zu einem packenden Entscheidungsdurchgang. Khachanov konterte schnell und hatte letztlich im Schlussakkord die besseren Nerven. Rublev schenkte das achte Spiel mit einer echten Fehlerserie geradezu her und schon wars vorbei! Mit einem Service-Winner schmetterte sich Karen Khachanov trotz 50 vermeidbarer Fehler mit 6:4 in sein erstes Halbfinale bei einem 500er-Turnier.

„ Wir sind so gute Freunde und es war schwer gegen ihn zu spielen. Ich musste einfach fokussiert bleiben und Punkt für Punkt spielen. Das hat zum Glück gut geklappt“, jubilierte Khachanov nach einem der größten Erfolge seiner Karriere. Durch den Sieg gegen Rublev wird Khachanov ab Montag zu den besten 35 Tennisspielern der Welt gehören. 

 

Karen Khachanov steht zum ersten Mal in seiner Karriere im Halbfinale eines 500er-Turniers. Foto: GERRY WEBER OPEN/KET