27. GERRY WEBER OPEN  15. – 23. Juni 2019

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Mayer schafft die Sensation

Sein überraschender Zwei-Satz-Sieg gegen Thiem bringt ihn ins Finale

Der Sieg von Alexander Zverev gegen Roger Federer war eine dicke Überraschung. Dass es allerdings Florian Mayer ins Endspiel der 24. GERRY WEBER OPEN geschafft hat, das ist eine Sensation. Auf seiner Comeback-Tour nach langer Verletzungspause steht der 32-jährige Deutsche offiziell auf Rang 192 der Welt. Nur Niklas Kulti stand 1999 als Finalist der GERRY WEBER OPEN noch weiter hinten - er war Nummer 303.

Durch ein Protected Ranking ins Turnier gekommen, steigerte sich Mayer von Runde zu Runde. Der Wimbledon-Viertelfinalist von 2004 lieferte seine beste Leistung dann gegen die Nummer sieben der Welt ab, gegen den Spieler der vergangenen Wochen - den Österreicher Dominic Thiem. Der war beim 3:6, 4:6 im Halbfinale schlichtweg chancenlos.

65 Minuten lang war der Schlaks aus Bayreuth Chef auf dem Court. Er war seinem jungen Gegner in allen Belangen überlegen. Der Österreicher, am Montag noch Sieger in Stuttgart, wirkte müde und überspielt, machte Fehler über Fehler. Hinzu kam: "Der Ruhetag durch die Verletzung von Philipp Kohlschreiber war nicht ideal für mich", so Thiem. Er habe die Spannung verloren. "Ich war schon im Matchmodus, als die Partie abgesagt wurde."

Ein frühes Break zum 3:1 im ersten Satz brachte Mayer die Führung. Auch im zweiten legte er mit 3:1 vor. Doch der Halbfinalist von Paris kämpfte, breakte zurück zum 3:3. Jetzt schien Thiem im Match zu sein. Seine Hoffnung währte genau vier Minuten. Mayer nahm ihm sofort wieder den Aufschlag ab und war dann nicht mehr aufzuhalten.

Dominic Thiem hatte für seinen Gegner nur lobende Worte: "Er spielt sehr unkonventionell und hat so viel Touch. Ich hatte heute keine Chance gegen ihn", so der Aufsteiger des Tennisjahres 2016. Im Finale trifft Florian Mayer auf Alexander Zverev. Es ist ein Duell der Generationen: Zverev ist 19, Mayer 32 Jahre alt.

Steht im Endspiel der 24. GERRY WEBER OPEN: Florian Mayer, der bislang noch nie übers Viertelfinale hinauskam. Foto: GERRY WEBER OPEN/KET