27. GERRY WEBER OPEN  15. – 23. Juni 2019

GERRY WEBER TICKET CENTER 05201 81 80 Mo. bis Fr. 10–17 und Sa. 10–13 Uhr

Roger Federer greift nach seinem 10. Titel in Halle/Westfalen

Der Weltranglistenerste feierte gegen Denis Kudla seinen 20. Rasen-Sieg in Folge


Roger Federer hat sein Final-Abonnement bei den GERRY WEBER OPEN um ein weiteres Jahr verlängert. In einem hartumkämpften Halbfinale setzte sich der Weltranglistenerste dank seiner enormen Effektivität mit 7:6(1), 7:5 gegen den amerikanischen Überraschungs-Halbfinalisten Denis Kudla durch. Am Sonntag steht er zum zwölften Mal im Endspiel des größten deutschen Rasentennis-Turniers und nimmt seinen zehnten Titel in Halle und den 99. Turniersieg seiner Karriere ins Visier. 

Federer machte gleich von Beginn an klar, wer aus seiner Sicht im GERRY WEBER STADION der Herr im Hause sein sollte und servierte in seinem ersten Aufschlagspiel drei Asse. Der Schweizer returnierte zunächst ähnlich aggressiv wie im Viertelfinale gegen Matthew Ebden und nahm Kudla prompt seinen Aufschlag ab. Doch anstatt nun quasi mühelos zum Satzgewinn zu spazieren, brachte sich Federer selbst in Schwierigkeiten. Zwei, drei Unkonzentriertheiten im Spiel von der Grundlinie und schon war das gut herausgespielte Break wieder futsch. Beide Akteure profitieren in der Folge von ihren ersten Aufschlägen. Gerade Favorit Federer brachte seinen Service völlig problemlos durch. Besonders bemerkenswert: Denis Kudla begegnete dem neunfach Titelträger der GERRY WEBER OPEN mit viel Mut und Spielwitz. Von Nervosität war in seinem zweiten Halbfinale auf der Tour nichts zu spüren. 

Genau wie am Vortag musste der erste Satz schließlich im Tiebreak entschieden werden. Eine Disziplin, in der der Maestro in Halle ja bekanntermaßen fast unschlagbar ist. Diesmal lieferte der Weltranglistenerste sogar eine echte Gala-Vorstellung ab und gestattete einem in dieser Situation doch deutlich überforderten Denis Kudla nur einen einzigen Punkt. Mit einem Service-Winner entschied Federer den ersten Satz nach genau 40 Minuten für sich. Es war der erste Satz, den Kudla bei den GERRY WEBER OPEN 2018 abgeben musste. 

Der US-Boy zeigte sich aber nicht im Geringsten beeindruckt und lieferte dem Weltranglistenersten im zweiten Satz nicht nur einen heißen Fight, sondern hatte auch die ersten Breakchancen auf dem Schläger. Immer wieder brachte er den Eidgenossen durch präzises Winkelspiel aus der Balance und verführte Federer sogar dazu den Ball nach einem verlorenen Punkt unter das Stadiondach zu feuern und sich eine Verwarnung einzuhandeln. "Nach so einem Fehler willst Du Dich eigentlich nur vergraben. Aber den Platz kaputt machen geht ja nicht, den Schläger kaputt machen geht auch nicht. Also habe ich versucht, den Ball loszuwerden. Ich habe auch den Schiedsrichter gar nicht verstanden, dass er mir die Verwarnung gegeben hat. Es gab doch eh gerade neue Bälle", antwortete Federer mit dem ihm eigenen Charme. 

Dem Titelverteidiger schien über weite Strecken die Explosivität in seinem Spiel zu fehlen. Die Belastungen von acht Matches in den vergangenen zehn Tagen gingen am „Maestro“ nicht spurlos vorbei. Kudla wurde immer frecher, war in dieser Phase der bessere Spieler, verzweifelte aber bei insgesamt fünf Breakmöglichkeiten, davon drei in Folge, an der Routine seines Gegners. Und der zeigte sich seinerseits als Meister der Effizienz: Im elften Spiel machte der Schweizer genau zum richtigen Zeitpunkt ernst und schaffte auf Anhieb das alles entscheidende Break. Nur wenige Minuten später ließ sich der Schweizer von den Fans im ausverkauften GERRY WEBER STADION für seinen 20. Rasen-Sieg in Folge feiern. Auch Qualifkant Kudla wurde aber für seinen Traumlauf mit großem Applaus bedacht. 

„Denis hat ein hervorragendes Turnier gespielt und es mir sehr schwer gemacht. Ich war wie in der ganzen Woche immer mal etwas frustriert gewesen. Das musste einfach mal raus. Es wurde ja keiner verletzt. Jetzt bin ich einfach glücklich und freue mich aufs Finale", bilanzierte Federer im ZDF-Interview. 

Übrigens: Egal ob Federer im Finale auf Roberto Bautista Agut oder Borna Coric treffen wird, gegen beide hat er bisher noch nie verloren. 

Roger Federer nimmt Kurs auf seinen 10.Titel bei den GERRY WEBER OPEN. Am Sonntag steht der "Maestro" mal wieder im Finale von Halle/Westfalen. Foto: GERRY WEBER OPEN/KET