26. GERRY WEBER OPEN vom 16. – 24. Juni 2018

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Traumhalbfinale: Federer trifft auf Zverev

Der achtfache GERRY WEBER OPEN-Sieger bezwingt den Belgier Goffin mit 6:1, 7:6

In seinen besten Jahren wurde er gern der Fed-Express genannt, wenn er Gegner im Eilzugtempo abfertigte. In diesem Jahr war das bislang kaum zu hören. Bis zum Viertelfinale der GERRY WEBER OPEN. Ganze 20 Minuten benötigte Roger Federer für den ersten Satz gegen den Belgier David Goffin. Und der ist nun nicht irgendwer, sondern immerhin die Nummer 11 der Welt.

Es war wieder so eine Phase, in der sich der Schweizer Superstar in einem Tunnel befindet, in der es so aussieht, als nähme er die Schläge des Gegners in Zeitlupe wahr und in der ihm fast alles gelingt, was er versucht. Zunächst gab es ein Breakfestival: vier der ersten  Aufschlagspiele gingen verloren, doch drei der vier Breaks holte Federer. Der Rest war dann so schnell erledigt, dass das Publikum kaum mit dem Zählen hinterherkam. 6:1 für den achtfachen Sieger der GERRY WEBER OPEN. Ganze zehn Punkte hatte der Belgier da geholt, für den die Ballwechsel einfach zu schnell waren.

"Let's go Roger" skandierte das Publikum zu Beginn des zweiten Durchgangs. Doch im hohen Tennisalter von 34 Jahren halten die Fed-Express-Phasen nicht mehr so lange an wie früher. Der ganz in Blau spielende Maestro ließ nach, verlor zweimal seinen Aufschlag und Goffin schlug bei 5:4 zum Satz auf. Nun begann ein Kampf auf Biegen und Brechen. Federer kam zurück, glich aus, hatte später erste Matchbälle. Dann der Tie-Break. Diesmal legte Goffin vor, vergab mehrere Satzbälle, dann wechselten sich Satz- und Matchbälle ab. Mit dem 22. Punkt hatte der Favorit den Sieg dann zur Freude des Publikums endlich mit 6:1, 7:6 (12:10) in der Tasche. "Das war in diesem Jahr mein bisher bestes Spiel auf Rasen", erklärte Federer: "Aber ich weiß, dass es noch ein bisschen besser geht." Er freue sich mit Blick auf Wimbledon und fehlende Matchpraxis über jede Partie, die er bestreiten könne.

Seit nun 16 Partien ist er auf dem Haller Rasen ungeschlagen. Tommy Haas war im Finale 2012 der letzte, der hier über ihn triumphierte. Der nächste, der es versuchen wird, ist am Samstag im Halbfinale Deutschlands große Tennishoffnung Alexander Zverev. Der war nach seinem Viertelfinale noch mit Pressekonferenz und Interviews beschäftigt und verpasste deshalb Federers Vorstellung im ersten Durchgang. Vielleicht war das ganz gut für ihn. In Rom, beim ersten Match der beiden überhaupt, hatte Federer in zwei Sätzen triumphiert. "Alex hat großes Potenzial, das wissen wir alle", lobte der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten: "Aber wie weit er es nach vorn schaffen wird, dazu möchte ich nicht viel sagen, denn das baut nur Druck für ihn auf." Er wisse noch sehr gut, wie er selbst einst als neuer Pete Sampras gehandelt worden sei, obwohl "ich da noch nicht mal einen Titel geholt hatte".

Erst brilliant, dann nervenstark: Roger Federer gewann sein 16. Match in Folge bei den GERRY WEBER OPEN. FOTO: GERRY WEBER OPEN/KET
Vergab Satzbälle im zweiten Durchgang: Der Belgier David Goffin. FOTO: GERRY WEBER OPEN/KET