26. GERRY WEBER OPEN vom 16. – 24. Juni 2018

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Zverev feiert Halbfinal-Premiere

Shootingstar gewinnt gegen 12 Jahre älteren Baghdatis

Um exakt 13.46 Uhr streckte er die Arme in den wolkenverhangenen Haller Himmel: Es war geschafft! Sascha Zverev hatte gerade erstmals das Halbfinale der GERRY WEBER OPEN erreicht. Zum Auftakt des Viertelfinaltages setzte sich der 19-jährige Deutsche in einem hochklassigen Match gegen Geburtstagskind Marcos Baghdatis, der am Freitag 31 Jahre alt wurde, durch. Für seinen 7:6 (9), 6:3-Erfolg benötigte er genau 91 Minuten und ist im Turnier weiter ohne Satzverlust.

Knackpunkt des Matches war der Tie-Break des ersten Satzes in dem Zverev gleich mehrfach mit dem Rücken zur Wand stand. Bis hierhin ließen die beiden aufschlagstarken Kontrahenten keinen Breakball zu. Baghdatis versuchte immer wieder Zverev in lange Ballwechsel zu verwickeln und verzögerte auch häufig das Tempo. Je länger das Match dauerte, desto besser stellte sich der Deutsche auf das stabile Grundlinienspiel des Zyprers ein. Einmal mehr beeindruckend war dabei Zverevs Nervenstärke. Im Tie-Break ließ er sich auch von fünf Satzbällen für Baghdatis  nicht aus der Ruhe bringen und vertraute auf seinen starken ersten Aufschlag. Jetzt lieferten die Protagonisten faszinierendes Rasentennis mit langen Ballwechseln in denen Zverev auch die nötige Geduld bewies. Die Belohnung: Ein 11:9, das von den mehr als 10.000 Besuchern frenetisch gefeiert wurde. Und Zverev machte gleich selbst mit: Nach dem verwandelten Satzball animierte er das begeisterte Publikum noch ein bisschen lauter zu werden.

Gesagt, getan: Die ostwestfälischen Tennisfans standen wie ein Mann hinter Zverev, der im zweiten Satz noch selbstbewusster agierte und im vierten Spiel den ersten und einzigen Aufschlagverlust im gesamten Match erzwang. Da Baghdatis auch auf der Zielgerade kein Mittel gegen die knallharten (230 km/h) und platzierten ersten Aufschlag des Deutschen fand, war der Weg für Zverev frei.

„Besonders im ersten Satz war es ein Match auf hohem Niveau. Wir haben sehr lange Ballwechsel gespielt. Das ist eigentlich untypisch für ein Spiel auf Rasen. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass ich hier im Halbfinale bin“, resümierte ein sichtlich erleichterter Alexander Zverev.

Der Einzug ins Semifinale von Halle dürfte für Zverev in Wimbledon noch einen netten Nebeneffekt haben. An der Church Road wird er voraussichtlich erstmals in seiner Karriere zu den 32 gesetzten Spielern bei einem Grand Slam-Turnier gehören.

Alexander Zverev bejubelt seinen ersten Halbfinaleinzug in Halle/Westfalen. Foto: GERRY WEBER OPEN/KET
Marcos Baghdatis konnte sich an seinem 31. Geburtstag nicht selber mit einem Sieg beschenken. Foto: GERRY WEBER OPEN/KET