28. GRASS COURT OPEN HALLE 13. – 21. Juni 2020

TICKET CENTER 05201 81 80 Mo. bis Fr. 10–17 und Sa. 10–13 Uhr

Interview mit Alexander Zverev

Nochmal zum Knie: Also von außen konnte man jetzt nicht sehen, dass Sie Schmerzen haben. Wie knapp war es denn vor dem Match, dass Sie vielleicht gar nicht spielen können?
Ich habe mich warm gemacht und da wusste ich schon, dass es gehen wird. Deswegen das war jetzt nicht eine unglaublich knappe Entscheidung. Ich bin froh, dass ich heute gespielt habe und nicht gestern, weil gestern wäre es wirklich knapp geworden.
Bei Stemmbewegungen oder beim Aufschlag, tut das weh noch oder ?
Es gibt ein paar Bewegungen, wo es weh tut. Ich werde jetzt nicht die Bewegungen sagen, sonst liest das noch jemand (lacht) und dann können die genau das machen. Ja, aber es gibt noch ein paar Dinge, wo ich ein bisschen Schmerzen habe, wo ich denke mit den Tagen wird es besser.
Wie lautet denn eigentlich genau die Diagnose zum Knie?
Ich habe einen Bluterguss da, es hat sich viel Flüssigkeit gesammelt, aber meinen Sehnen und alles geht es relativ gut. Sie sind sehr angeschwollen, eine davon, ich weiß jetzt nicht genau, wie die Sehne heißt, aber es ist alles sehr angeschwollen, viel Flüssigkeit da, aber sonst okay alles.
Herzlichen Glückwunsch zum Sieg.
Danke.
Das war angesichts der Umstände aber eine sehr beeindruckende Leistung heute fand ich?
Ja, ich fand auch, dass ich eigentlich relativ gut gespielt habe, sehr aggressiv gespielt habe, weil vor allem Steve ist … das ist sein bester Belag, auf Rasen hat er schon zwei Turniere gewonnen. Deswegen, ja, ich bin relativ froh, wie es gelaufen ist. Deswegen bin ich auch froh, dass ich morgen immer noch im Turnier bin.
Ist man so ein bisschen zwiegespalten, weil Wimbledon sozusagen vor der Tür steht und man sich sagt, „ah ich will mich hier nicht noch weiter verletzten?
Ja, aber ich bin in Halle hier und in Halle spiele ich immer sehr gerne. Es ist eines meiner Lieblingsturniere. Deswegen möchte ich, wenn ich die Chance habe, immer auf dem Platz hier stehen. Letztes Jahr war es ja genauso, ich bin ohne Training auf den Platz gegangen, das war natürlich ein bisschen schade für mich, weil dass ich da die erste Runde verloren habe. Aber trotzdem wir haben sehr gut im Doppel gespielt. Und in Halle, jedes Mal wenn ich die Chance habe, hier ein Match zu spielen, werde ich es tun.
Dass Sie sehr beeindruckend gespielt haben, haben alle gesehen. Kann das auch damit zusammenhängen, dass wenn man so eine Verletzung hat, das Konzentrationsvermögen noch ein Stückchen höher geht und dieser Wille noch ein Stück weit höher geht, einfach das Ding so schnell wie möglich abzuhaken?
Ich meine generell, ich weiß, dass man gegen Spieler wie Steve Johnson nicht nachlassen kann. Er ist ja auch jemand, der auch versucht, sehr aggressiv zu spielen, und wenn er einmal vorne ist, ist es immer sehr schwierig. Deswegen wusste ich von Anfang an, dass ich Druck machen muss. Ob das jetzt was mit der Verletzung zu tun hat, ich denke nicht. Ich meine, ich versuche immer, sehr konzentriert zu spielen. Ich versuche immer, vor allem auf solchen Belägen, alles dafür zu tun, dass es so einfach wie möglich sein kann und so unkompliziert wie möglich sein kann, aber generell bin ich eigentlich relativ froh mit allem, was auf dem Platz war.
Sie haben ja Ihre Verbundenheit zu Halle schon erwähnt mit den Schwierigkeiten jetzt im Vorfeld mit Gerry Weber usw. Wie sehr beschäftigt Sie das, wird das an Sie herangetragen, ist das ein Thema für Sie?
Ich hoffe, dass alles wieder gut sein wird und dass das Turnier hier für immer bleiben wird. Natürlich kenne ich die Probleme, die die Weber-Familie jetzt gerade hat, aber ich hoffe, dass sie alles lösen und dass es denen wieder gut geht, im Business-Bereich auch, und das ist natürlich ein sehr großer Wunsch für mich, weil die Weber-Familie immer sehr nett zu meiner Familie war, immer unglaublich mit den Spielern ist. Deswegen ist es glaube ich den Spielern schon sehr wichtig, dass das Turnier erstens hier bleibt und zweitens natürlich dass es der Weber-Familie auch gut gehen wird.
Ich wollte nochmal den nächsten Gegner ansprechen: Richard Gasquet. Sie haben zwei Mal gegen ihn gewonnen? Was ist jetzt hier drin?
: Ich habe einmal gegen ihn verloren beim Challenger. Das war aber, als ich 17 Jahre alt war. Schon eine Weile her. Er ist ein sehr schwieriger Gegner, immer. Ich meine, er war vor kurzer Zeit noch Top Ten und hat so seine Probleme auch gehabt. Er spielt sehr sehr gutes Tennis, hat hier zwei sehr gute Matches gehabt. Deswegen ich freue mich auf das Match und dann schauen wir mal, wie es weitergehen wird.
Sie interessieren sich ja auch für andere Sportarten, Fußball zum Beispiel, das ist ja bekannt. Im Moment läuft ja die Frauen-WM. Verfolgen Sie das?
Ich war zum Eröffnungsspiel in Paris.
Das war’s?
Ich war da in Paris, ich habe es mir nicht angeschaut (lacht), aber ich weiß, dass es da … nein, nichts gegen die Frauen-WM (lacht). Ich weiß nur, dass sie angefangen hat, weil ich im Hotel Molitor in Paris gewohnt habe, was direkt an Roland Garros ist und deren Stadion direkt hinter dem Hotel war. Deswegen habe ich alle Fans gesehen und so weiter und so fort. Ich bin gerade zu sehr mit meinem Tennis beschäftigt. Ich habe aber nichts gegen die Frauen-WM. Oh Gott, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, sonst steht morgen in der Zeitung irgendwie „Zverev verfolgt Frauensport nicht“ oder irgendwie so etwas. Nicht dass Sie jetzt so was denken.
Nochmal kurz zum Tennis: Wie schnell kann man dann so etwas abhaken oder horcht man vielleicht die ersten zwei, drei Spiele ins Knie rein?
Ich habe heute Morgen im Training länger gespielt als normalerweise beim Warm-up und ich habe alles probiert und alles getestet und ich wusste genau, was ich auf dem Platz machen kann und was nicht. Deswegen das war eher da die Testphase. So dass ich auf dem Platz, so wie Sie sagen auch, reingehen kann und genau weiß, wie und was ist und nicht erst die ersten paar Spiele vorsichtig sein muss und testen muss. Deswegen von Anfang an war ich, sagen wir mal so, habe ich nicht so viel an mein Knie gedacht, mehr ans Spiel und wie ich gewinnen kann. Und das war die Hauptsache für mich auf dem Platz.
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