28. GRASS COURT OPEN HALLE 13. – 21. Juni 2020

TICKET CENTER 05201 81 80 Mo. bis Fr. 10–17 und Sa. 10–13 Uhr

Interview mit Alexander Zverev

Sie hatten auf den ersten Titel hier in Halle gehofft und reisen jetzt mit einer Knieverletzung und dem Viertelfinale ab. Wie groß ist jetzt der Frust?
Man kann immer alles sehr negativ sehen so wie Sie es jetzt gerade machen, aber man kann auch viele Dinge positiv sehen. Ich habe hier drei sehr gute Matches gespielt. Heute war es auch ein sehr qualitätsreiches Match. Die beiden ersten Runden auch. Deswegen ich bin jetzt froh, dass ich … Natürlich bin ich nicht froh, dass ich verloren habe, aber ich fühle mich gut für Wimbledon. Mal schauen, wie es da laufen wird.
Ich hatte auch das Gefühl und war sogar ein bisschen überrascht, dass Sie mit Break vorliegen, weil er hat ja teilweise wirklich unmenschlich returniert. Ich weiß nicht, ob Sie das auch ein bisschen verunsichert hat, er hatte jedes Mal die richtige Ecke, Sie servieren mit 220 Sachen und er kommt mit gefühlt 230 Sachen zurück jedes Mal. Trotzdem sind Sie im dritten in Führung gegangen. Haben Sie in dem Moment auch wirklich daran geglaubt oder haben Sie gezweifelt, der spielt ja wahnsinnig, unglaublich?
Der hat Wahnsinn gespielt, aber ich habe 7-6 im dritten verloren. Natürlich hab ich dran geglaubt, war mit Break vorne. Wie gesagt, er hat ein sehr gutes Match gespielt, vor allem fand ich, dass er unglaublich returniert hat, wie Sie selbst auch sagen. Deswegen, ja, hat er es verdient heute.
Hatten Sie zwischenzeitlich auch das Gefühl, dass Sie gegen eine Wand gespielt haben, so wie der Kollege es auch gerade gesagt hat, er hat alles zurück gebracht. Ich will es nicht ins Negative ziehen, aber wenn man so das Gefühl hat, dass man wirklich alles versucht und nichts wirklich so durchbricht, bis auf dieses Break, was man eigentlich „nur nach Hause bringen musste“, was passiert da in einem?
Ich meine, er ist ein unglaublicher Spieler. Er ist sehr sehr gut. Er war die Nummer sieben in der Welt, ich weiß gar nicht, warum er jetzt ein bisschen nach hinten gefallen ist. Ich denke, das war eines seiner besten Matches, das er dieses Jahr gespielt hat und, ich weiß nicht, ob er jetzt schon in der Pressekonferenz war oder nicht, ich weiß nicht, was er gesagt hat dazu, aber ich denke, das war für ihn, für mich aber auch, ich meine, ich habe gar nicht so schlecht gespielt, aber ich meine wenn mein Gegner gut spielt, dann spielt er halt gut. Dann kann ich auch 7-6 im dritten verlieren. Das ist auch kein Problem.
War es vielleicht am Ende der Sieg des stärkeren Selbstbewusstseins. Ich hatte so das Gefühl, auch als ich danach mit ihm gesprochen habe, dass er immer an den Sieg geglaubt hat. Ging es Ihnen auch so, dass Sie immer an den Sieg geglaubt hatten oder haben Sie zwischendurch Zweifel gehabt?
Nein, ich habe nie Zweifel gehabt, aber ich meine, ich habe 7-6 im dritten verloren. Ich habe jetzt nicht 6-1, 6-1 verloren. Das war jetzt nicht so als ob er mich vom Platz gefegt hat. Deswegen, es war ein enges Match, wo ein, zwei Punkte alles entschieden haben.
Noch eine Frage zum zweiten Satz. Der war 6-1 nach einem guten ersten. Was ist da passiert? Hatten Sie mit dem Aufschlag viele Probleme?
Ja, ich habe schlecht angefangen, aufzuschlagen und auch in den Rallies schlecht gespielt. Da kann es schon mal schnell laufen gegen einen Spieler wie ihn.
Sie haben zu Beginn der Woche gesagt, dass Sie mit Ralf Weber über einen langjährigen Vertrag sprechen wollen. Gab es da eine Chance in dieser Woche? Ist da schon was rausgekommen?
Nein. Ich meine, ich hoffe, dass das Turnier hier bleibt die nächsten Jahre. Das ist erst mal das Wichtigste und dann werden wir mal schauen. Ein paar Jahre bin ich hier noch unter Vertrag und ich hoffe, dass das auch so bleiben wird, und dann schauen wir.
Wie sieht denn Ihr weiterer Weg, Ihr Fahrplan bis Wimbledon jetzt aus?
Ich habe keine Ahnung. Ich werde wahrscheinlich ein paar Tage Pause nehmen, weil die habe ich nicht gehabt in den letzten paar Wochen, Monaten. Ich weiß gar nicht, vielleicht fahre ich auch nach Monte Carlo, weil da war ich schon seit acht Wochen nicht mehr, nehme zwei, drei Tage Pause und dann fahre ich nach London.
Wie geht es Ihnen denn jetzt mit dem Knie? Gut? Das heißt, müssen wir uns keine Sorgen machen für Wimbledon und für den Rest?
Ich bin nicht ein hundert Prozent. Aber ich denke, das wird schon in den nächsten paar Tagen.
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