26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Andreas Seppi

nach seiner Niederlage gegen Roger Federer

Wie schwer war es nach den zehn Minuten, die Pause waren, wo das Dach zugemacht wurde? Ist die Konzentration noch da gewesen?
Andreas Seppi: Ja, klar, zehn Minuten zu pausieren ist auch nicht so gewöhnlich, sagen wir mal so. Es war schon ein bisschen komisch, speziell bei dem Aufschlag am Anfang, den Rhythmus zu finden. Aber nicht das es jetzt schlimm war. Es ist ja eh alles glatt gelaufen beim Aufschlagspielt (lacht).
Sie haben es auf dem Court schon ein bisschen angedeutet, wäre es glücklich gelaufen, hätte es ja 6:4 und 3:2 mit Break für Sie stehen können, aber diese beiden Satzbälle hat er dann mit zwei Assen abgewehrt. War tatsächlich mehr drin außer vielleicht bei diesen zwei Satzbällen?
Andreas Seppi: Schwer zu sagen. Klar hatte ich zwei Satzbälle, ja, zwei Mal gut serviert, kann ich nichts machen eigentlich und vielleicht ja, wenn ich den Return reingespielt hätte, beim Ballwechsel hätte ich vielleicht mehr Chancen gehabt. Das macht so einen Topspieler aus, dass er sich in solchen Situationen gut rausserviert sage ich mal so. Schade war vielleicht auch der Anfang vom Tiebreak, wo ich gleich 0:4 im Rückstand bin und dann wir es schwierig natürlich.
Was überwiegt denn vor so einem Spiel eher bei Ihnen, dass Sie elf Mal gegen ihn verloren haben oder überwiegt das letzte Mal, als Sie in Australien gegen ihn gewonnen haben.
Andreas Seppi: Beides würde ich sagen (lacht). Ja, ich weiß, dass er einer der schwierigsten Gegner ist überhaupt auf der Tour. Und klar habe ich gesehen, dass es in den letzten Matches ein bisschen enger war wie sonst und ich auch eins gewonnen habe. Da geht man natürlich auch auf den Platz und weiß, dass da mehr drin ist. In den ersten Duellen sagst du immer so, mal schauen wie viele Games ich mache (lacht), deshalb hier hatte ich ein paar Matches gespielt, fühlte mich wohl und wusste, wenn ich besonders am Anfang dran bleibe, dass ich ab und zu eine Chance bekomme.
Liegt das dann daran, dass Sie besser geworden sind oder sein Spiel besser lesen können oder liegt es an ihm?
Andreas Seppi: Ne, ich denke, dass ich sicher in den letzten zwei, drei Jahren besseres Tennis spiele und vielleicht ist auch ein bisschen mehr Erfahrung dabei. Ich habe ein paar wichtige Matches mehr auf dem Rücken und deshalb ist es auch leichter denke ich mal gegen so einen Spieler zu spielen. Und klar, er ist auch nicht mehr der jüngste (lacht).
Was hat Roger denn heute besser gemacht als in Melbourne?
Andreas Seppi: Ich denke, er hat bei einem gewissen Zeitpunkt angefangen, besser zu servieren, viele erste serviert und auch vielleicht im letzten Spiel beim Aufschlag zwei, drei Mal ein bisschen mehr riskiert mit der Rückhand longline auch, was ich nicht erwartet habe. Ja, er hat einfach diese vier, fünf Punkte besser gespielt.
Sie haben ja nächste Woche Nottingham gemeldet?
Andreas Seppi: Ja, bin ich. Aber ich muss noch schauen wie es physisch und so geht und dann mal schauen.
Das war meine Anschlussfrage, ob Sie den jetzt Nottingham spielen oder vielleicht nochmal ein, zwei Tage …?
Andreas Seppi: Ich habe vorher einen Monat ausgesetzt auf Sand und da wollte ich dann auf Rasen wieder ein paar Matches mehr spielen. Jetzt hier hatte ich letztendlich viele und muss dann auch schauen, wie es geht, weil ich jetzt trotzdem zwei Wochen voll gespielt habe nach einem Monat. Das werde ich die nächsten Tage sicher schauen.
Sie haben gesagt, er ist nicht mehr der jüngste. Sie sind glaube ich auch schon 31 glaube ich. Was ist denn so die Karriereplanung noch für Sie? Man hat das Gefühl, Sie starten grad nochmal so richtig durch?
Andreas Seppi: Ja, wie gesagt, die letzten zwei, drei Jahre waren sicherlich die besten meiner Karriere, vielleicht 2012 das beste Jahr mit zwei Titeln. Und ich denke vom Tennis her fühle ich mich auf dem Platzt sicher besser. Das Problem ist nur halt konditionell. Wenn man da Top Niveau halten kann, dann läuft es sicher gut. Wenn man Probleme hat mit dem Körper, dann ist es schwieriger. Aber ich denke vom Tennis her spiele ich besser wie vor fünf Jahren oder vier Jahren.
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