26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Florian Mayer

Florian, Sie haben Ihr größtes Finale in Ihrer Karriere grade erreicht. Wie fühlt sich das an?
Florian Mayer: Ja, unglaublich. Und hier in Deutschland auf Rasen zu Hause. Sie haben gesagt, gut das größte Finale beim 500er, vorher zwei Mal Halbfinale in Peking und in Hamburg. Ja, ein tolles Gefühl natürlich für mich auch im Spätherbst meiner Karriere. Also ich bin überglücklich.
In München haben Sie gesagt, Sie müssen abwarten, wie es weitergeht mit Ihrer Karriere und Karriereende ist auch möglich am Ende der Saison, das ist jetzt ziemlich weit weg grade oder?
Florian Mayer: Ja, es ist halt Tennisspieler haben es manchmal nie leicht und die Aufs und Abs, Siege, Niederlagen, Verletzungen, klar macht man sich Gedanken, wenn man 32 ist, ein Dreivierteljahr verletzt ist, es nicht so läuft. Ja, aber ich habe jetzt in München auch gut gespielt, letzte Woche in Stuttgart schon und ich merke, ich bin nach wie vor dabei. Klar auf Rasen habe ich die meisten Chancen, muss halt auch in Zukunft vielleicht meinen Turnierplan so darauf auslegen auf schnelleren und flacheren Bodenbelägen zu spielen. Aber ich denke, da habe ich nach wir vor alle Möglichkeiten, auch wieder zurückzukommen im Ranking.
Dominic Thiem hatte unglaubliche Wochen sportlich hinter sich und ich weiß Sportler mögen solche Fragen nicht, aber wie groß waren die Chancen, die Sie sich selber vor dem Spiel wirklich ausgemalt haben?
Florian Mayer: Mindestens 50-50 würde ich sagen, weil ich wusste, irgendwann muss er mal müde sein, auch im Kopf. Ich weiß selber früher, wenn man viele Matches gewinnt, unglaubliche Erfolge hatte, das ist Wahnsinn, was er geleistet hat, vor allem er hat seit Februar fast jede Woche durchgespielt mit Davis Cup und immer Finale gespielt, Turniere gewonnen, also unglaublich. Ja, Paris Halbfinale, Stuttgart gewonnen. Und da habe ich mir gedacht, er muss ja auch mal ein bisschen im Kopf müde sein und das hat man glaube ich heute gesehen. Er war nicht in Bestform. Das soll meine Leistung nicht schmälern. Ich glaube, ich war zum richtigen Zeitpunkt heute am richtigen Ort. Dass ich natürlich auf Sand zurzeit gegen Dominic Thiem klarer Außenseiter bin, ist auch ganz klar, aber hier in Halle auf dem schnellen Rasen, denke ich, habe ich mich absolut 50-50 vorm Match gesehen.
Florian, Sie können das ja sicher ein bisschen einschätzen: Ich würde mal behaupten, bei Ihren zwei Viertelfinals in Wimbledon waren Sie nicht besser. Wie sehen Sie es? Sind Sie vielleicht noch besser jetzt?
Florian Mayer: Das ist schwer zu sagen. Ich sage mal in Wimbledon ist der Rasen doch ein bisschen anders, ist ein bisschen langsamer und das ist schwierig zu sagen. Das Tennis entwickelt sich ja über die Jahre so weiter. Also ich denke, dass ich jetzt schon ein besserer Spieler bin als mit 21, vor allem bei meinem ersten Wimbledon-Viertelfinale, da war ich einfach noch der Neuling, keiner kannte mich, viele haben mich vielleicht auch unterschätzt. Ja, so würde ich das sagen.
Manche befassen sich gar nicht mit dem Ranking, aber haben Sie eine Idee, was für einen riesigen Satz Sie gemacht haben? Ansonsten kann ich Ihnen meine Rechnung hier nennen?
Florian Mayer: Ja, man schielt so ein bisschen drauf. Es ist ja nicht schwer bei mir, weil ich spiele erst seit sieben, acht Wochen wieder Tennis und ich weiß ungefähr, wie viele Punkte ich jetzt gemacht habe. Wahrscheinlich werde ich 120, 130 stehen würde ich jetzt sagen.
Unabhängig von Ergebnissen anderer, allein aufgrund Ihrer Punkte von 286 Punkten auf 586 wären Sie im Moment 101 und wenn Sie morgen gewinnen 65.
Florian Mayer: Hört sich gut an (lacht).
Jetzt kommt ja Wimbledon und danach ist ja auch nochmal ein Rasenturnier. Überlegen Sie dort zu spielen?
Florian Mayer: Das bringt nichts, weil erstens habe ich nicht gemeldet. Man muss ja sechs Wochen vorher melden, habe ich auch nicht dran gedacht. Und es ist ja in derselben Woche wie Hamburg und in Hamburg denke ich, dass ich gute Chancen auf eine Wild Card habe und da habe ich auch immer gut gespielt auch wenn es Sand ist, aber da kommen mir die Bedingungen auch zugute, habe immer mit dem Publikum im Rücken gute Erfolge, Halbfinale oft Viertelfinale. Da muss ich ganz ehrlich sagen, auch für eine Woche nach Amerika fliegen, das kann man mit Anfang 20 machen, aber das muss ich mir jetzt nicht mehr antun.
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