26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Florian Mayer

nach seinem Sieg über Steve Johnson

Sie haben sehr emotional gespielt, aber diese Tatsache hat Ihrem Spiel auch sehr gut getan nach der schlechten Anfangsphase?
Florian Mayer: Ja, schon.
Zwei Mal den Beckerhecht sieht man auch nicht so oft bei Ihnen?
Florian Mayer: Doch, auf Rasen mache ich das häufig. Auf anderen Belägen geht’s nicht, weil dann würde man sich verletzen. Ne, ich ärgere mich grade ein bisschen über mich selber, weil das war unnötig, den Schläger noch zu zerhacken bei einer Führung. Das macht man nicht. Damit ist man kein Vorbild, aber manchmal muss es einfach raus.
Aber insgesamt können Sie doch super zufrieden sein?
Florian Mayer: Ja, natürlich. Viertelfinale bei einem 500er, jetzt endlich auch mal 90 Punkte mal wieder, das tut mir super gut. Ja, natürlich, es ist für mich ein Riesenerfolg.
Aber auch mit dem Spiel selbst? Ich fand es sehr variabel?
Florian Mayer: Ja. Es war schwierig, weil ich wusste, ich habe sein Match gestern gesehen, ich hatte meinen Matchplan und wollte viel über die Rückhand vorgehen. Wo ich mich einfach ärgere, wie ich volliert habe. Ich war einfach viel zu schlecht am Netz heute, weil ich habe super aufgeschlagen, habe auch viele Returns zurückgespielt und bin in den richtigen Momenten eigentlich vorgegangen, aber der Abschluss am Netz war oft richtig schwach und das darf nicht passieren in der Klasse. Ich habe dann zum Glück die wichtigen Punkte gemacht. Ich habe die Match-Statistik gesehen, ich glaube, er hatte zehn Breakbälle, die habe ich zum Glück immer mit einem guten Aufschlag abgewehrt. Aber ich muss da einfach noch konsequenter spielen.
Sind Sie da nicht ein bisschen hart zu sich selber nach dem Jahr, dass Sie gefehlt haben?
Florian Mayer: Was heißt hart? Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung, wie ich aufgeschlagen habe, wie ich returniert habe. Es ist einfach nur … dann sind so Punkte, die einfach maßlos ärgern, wenn man 3:1 im Tiebreak führt und dann einen leichten Volley einen Meter hinter dem Netz, den man dann so versemmelt. Das darf einfach auf dem Level nicht passieren. Oft genug haben mich solche Punkte das Match gekostet. Und das wäre einfach sehr ärgerlich gewesen heute.
Nach der langen Pause brennen Sie noch mehr als davor?
Florian Mayer: (lacht) Ich bin jetzt nicht einer, wo man das immer so sieht, aber mir macht es natürlich richtig Spaß, vor allem auf Rasen ist es toll zu spielen. Klar, dann wieder so ein Match und viele Zuschauer hier, die einen unterstützen. Das macht natürlich riesigen Spaß.
Sie haben ja sicher gesehen, wie Roger hier sein erstes Match gespielt hat am Montag Abend. Er hat hier noch nie am Montag gespielt und hatte auch ein bisschen Mühe. Wie schätzen Sie ihn im Moment ein?
Florian Mayer: Ich fand jetzt gar nicht mal, dass er so schlecht gespielt hat gegen Kohli. Ich muss sagen, Kohli hat super gespielt. Ein Wahnsinnsmatch von ihm. Erstmal muss er Gulbis schlagen. Gulbis weiß man nie, da kann alles passieren. Aber klar, falls es Roger wird, braucht man nicht drumrum reden, er ist haushoch Favorit, kann lockerer aufspielen wie heute sag ich mal und hat nichts zu verlieren.
Generell liegt Ihnen Rasen gut. Haben Sie einen bestimmten Schlag, wo Sie besonders Ihr Augenmerk drauflegen?
Florian Mayer: Man kann es jetzt hier vielleicht nicht ganz so vergleichen mit Wimbledon, weil einfach der Platz deutlich schneller ist und auch schon abgespielter vor der Grundlinie, dadurch dass glaube ich auf einer Seite nicht viel Sonne hinkommt, ist auch ein bisschen rutschiger. Aber das liegt einfach meinem Spiel, weil die Bälle flach abspringen und auf Sand hatte ich eher Probleme, wenn mir einer mit Top Spin hochgespielt hat und ich weit hinter der Linie war. Da merke ich einfach auch, dass die Jungs inzwischen, das eine Jahr, wo ich weg war, wie alle schneller spielen, härter spielen, mit mehr Spin. Auf Rasen geht das zum Glück nicht. Da kann ich wieder mit meinem variablen Spiel kommen, kann mal nach vorne gehen, mit meinem Slice und das ist nach wie vor ein toller Belag für mich und wird es auch immer bleiben.
Ihren Lieblingsschlag, die eingesprungene Rückhand, hat man heute nicht gesehen?
Florian Mayer: Ja gut, das ist aber auch auf Rasen schwierig, wenn der Ball so flach abspringt.
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