28. GRASS COURT OPEN HALLE 13. – 21. Juni 2020

TICKET CENTER 05201 81 80 Mo. bis Fr. 10–17 und Sa. 10–13 Uhr

Interview mit Jan-Lennard Struff

Jan-Lennard, das ist Ihr erster Sieg hier. Sie haben es eben auf dem Court schon gesagt, vielleicht können Sie es noch mal eben schnelle sagen, wie es Ihnen geht?
Ja, ich bin sehr happy. Wie schon gesagt, ich komme jedes Jahr hierher zum Turnier, es ist ein geiles Turnier, es ist mein Heimturnier sozusagen, weil ich hier in der Nähe wohne, und ich habe hier mal zwischenzeitlich in Halle sogar gewohnt auf der Ascheanlage, und das Turnier ist einfach top. Und ich komme hier immer hin und habe noch kein Match gewonnen. Also das hat sich immer nicht so gut angefühlt. Ja, und es tut sehr sehr gut, jetzt den Sieg eingefahren zu haben. Jedes Jahr habe ich darauf hingearbeitet, jedes Jahr wurde es schwieriger fand ich, noch mal verloren, noch mal verloren. Das ist so ein bisschen mental sehr drin dann. Und ich bin sehr happy mit dem Weg, wie ich heute gespielt habe, und dass ich offensiv gespielt habe und dass ich es mir in zwei Sätzen geholt habe.
Herzlichen Glückwunsch.
Danke.
War es heute schwieriger zu servieren auf der Seite mit der Sonne?
Nein, in die Sonne hatte ich gar kein Problem zu gucken. Ich habe nicht so viele Probleme, in die Sonne zu gucken. Ich weiß nicht, vielleicht hatte er ein paar Probleme, aber ich fand es mit dem Licht/Schatten ein bisschen schwierig. Ich war mal ein paar Mal falsch am Ball, habe ein paar Mal mit dem Rahmen getroffen. Auf dem Center Court zu spielen, ist anders. Der Platz ist halt … ich fand die Plätze draußen ein bisschen schneller. Man hat halt keine Chance darauf zu trainieren. Der Platz muss halt gepflegt werden und das ist dann immer relativ schwierig. Auf der Schattenseite ist es ein bisschen rutschiger gewesen dann, aber mit der Sonne jetzt generell hatte ich keine Probleme.
In diesem Jahr ist ja mit Ihnen stark zu rechnen. Bei vielen Turnieren haben Sie gute Erfolge gefeiert. Was ist dieses Jahr in Halle drin? Khachanov ist der nächste Gegner?
Ja, zu Karen, er steht Top Ten seit zwei Wochen jetzt, total guter Spieler. Wir haben zwei Mal auf Challengern gegeneinander gespielt, wenn ich mich richtig erinnere. Er schlägt den Ball sehr hart. Ich finde ihn wirklich sehr sehr gut. Ich denke aber trotzdem, dass ich eine Chance habe gegen ihn und ich bin gut drauf, ich habe auf Rasen letzte Woche Halbfinale in Stuttgart gespielt, und ich freue mich sehr auf das Match. Es tut gut jetzt mit einem Sieg im Rücken da reinzugehen. Er hat Miomir geschlagen in der ersten Runde, der als Lucky Loser reingekommen ist, den ich für sehr sehr talentiert und sehr gut halte auch. Dann schauen wir mal, was das Match gibt. Ich gebe dann Gas wieder und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt.
Sie sind ja nicht nur hier in Halle sehr erfolgreich in diesem Jahr, sondern es läuft generell eigentlich gut. Welche Erklärung haben Sie dafür?
Es ist harte Arbeit, die wir mit dem Team verrichten, die sich jetzt ein bisschen auszahlt. Wir haben die letzten Jahre schon sehr gut gearbeitet und jetzt trägt das ein bisschen Früchte endlich. Es sind sehr sehr viele Aspekte. Es geht nicht auf einmal, sondern es ist ein Prozess, der jetzt in die richtige Richtung läuft.
Gibt es einen Aspekt, den Sie rausgreifen würden?
Nicht unbedingt. Ich würde es einfach auf die harte Arbeit runterbrechen und den Einsatz einfach.
Wie sieht jetzt bei Ihnen die Tagesplanung morgen, übermorgen aus? Mussten Sie irgendwelche Termine absagen, weil es jetzt ja doch weiter geht als in den vergangenen Jahren?
(lacht). Nein, eigentlich nicht, ich habe nichts geplant (lacht). So professionell bin ich dann, dass ich mich da vorbereite. Außerdem spiele ich noch Doppel. Ja, dann versuche ich das zu gewinnen mit meinem Partner Ben. Ja, und dann gucken wir mal. Aber geplant habe ich nichts.
Noch mal kurz zu Stuttgart? Können Sie sagen, ob es einen Unterschied gibt zwischen dem Rasen hier und dem in Stuttgart?
Nein, ich finde in Stuttgart war es ein bisschen langsamer finde ich, wobei der Center Court, das tut sich nicht viel. Ich finde den Absprung ein bisschen flacher hier. Das ist mein Gefühl. Die Trainingsplätze sind auf jeden Fall schneller als in Stuttgart finde ich. Ich habe jetzt nicht auf dem Court I gespielt, das werden wir gleich sehen, wie es wird. Aber alles gut, beide Plätze, Stuttgart, hier, guter Zustand, alles in Ordnung, ja.
Sie sind kürzlich Vater geworden, Glückwunsch nochmals dazu…
Danke.
Sie haben in Stuttgart gesagt, dass Ihre junge Familie vielleicht nach Halle mitkommen würde. Ist das so?
Ja, die sind hier. Die waren jetzt nicht beim Match in der Box, weil wenn der Kleine laut schreien würde, wäre es ein bisschen schwierig würde ich sagen. Ich denke mal, die haben am Fernsehen geschaut oder vielleicht haben sie geschlafen, weiß ich nicht. Ist nicht so wichtig, ob sie jetzt zugeschaut haben. Ich würde mich freuen, wenn er mal irgendwann in ein paar Jahren zuschaut, aber jetzt ist das relativ schwierig, jetzt beim Match so zu gestalten, aber sie sind hier.
Hat sich sehr viel verändert für Sie seitdem?
Ja, schon, klar, es ist ein komplett anderes Leben. Sehr schön. Also es ist komplett anders, aber es ist auch wunderschön.
Letztes Jahr haben Sie mit Ben im Doppel sehr viele Erfolge gefeiert. Hat sich die Priorität in diesem Jahr so ein bisschen verschoben oder sehen Sie das beides gleich?
Nein, die Priorität bei mir liegt immer vollkommen auf dem Einzel. Ich möchte trotzdem gut Doppel spielen, vollkommen klar. Letztes Jahr hatten wir natürlich noch ein bisschen Fokus hinten raus mit Masters-Chancen, wo wir es knapp verpasst haben, wo wir ein richtig brutal gutes Jahr gespielt haben. Dieses Jahr haben wir gut angefangen, haben Auckland gewonnen, haben Finale Dubai gespielt, haben richtig viele Punkte gemacht. Die Aschesaison war jetzt echt nicht gut muss man sagen. Aber Asche ist jetzt auch nicht Bens Stärke wirklich vom Platzfeeling her. Ich habe auch manche Matches nicht so gut gespielt. Wir gewinnen und verlieren aber als Team und wir versuchen jetzt auf Rasen wieder anzugreifen. Rasen liegt ihm viel besser auf jeden Fall. Wir haben letztes Jahr Wimbledon gespielt Viertelfinale. Wir hatten sieben Breakbälle gegen uns im Turnier und haben kein Break gekriegt und sind im Viertelfinale ausgeschieden, aber haben brutal gut gespielt. Und jedes Mal wenn ich auf den Platz gehe, möchte ich das Match gewinnen im Doppel auch. Aber wie gesagt, mein Fokus liegt voll auf dem Einzel, und wenn ich Doppel melde, möchte ich natürlich auch immer Doppel gewinnen.
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