26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Roger Federer

Eine Frage zu Olympia Im Mixed Wettbewerb spielen Sie ja mit keiner geringeren als Martina Hingis, Ihrer Landsfrau zusammen. Wie wichtig ist Ihnen Olympia und wie bereiten Sie sich darauf vor?
Roger Federer: Sehr wichtig, sonst würde ich nicht teilnehmen beim Mixed Doppel. Ich freue mich riesig, dass Olympia wieder vor der Tür steht. Ich habe sehr viel gelernt an der Olympiade und bin auch motiviert und inspiriert worden von den anderen Athleten, zu sehen, wie sie trainieren, wie sie sind, sie zu treffen. Keine Ahnung, das hat mir alles immer sehr gut getan für mich als Person, Fahnenträger zu sein, Olympiamedaille zu gewinnen usw. Meine Frau habe ich dort getroffen in Sydney und wenn ich natürlich wieder teilnehmen darf und irgendwo mich auch einschreibe, dann ist klar die Hoffnung auch da für eine Medaille. Ich spiele unheimlich gern für mein Land, für die Schweiz und hoffe natürlich, dass da eine Medaille möglich ist. Ich habe mit Martina seit fast 15 Jahren glaube ich nicht mehr gespielt. Von dem her sind wir wahrscheinlich ein bisschen rostig, aber das muss dann eigentlich schnell kommen und wir werden sicher noch darüber reden, wie wir das Ganze dann angehen.
Zum Thema rostig: Pierre Paganini wurde von John McEnroe letztens gelobt, er hat gesagt, er verdiene ein Goldmedaille für die langjährige Arbeit mit ihnen. Ist er wichtiger denn je jetzt immer noch nach so vielen Jahren?
Roger Federer: Ja auf jeden Fall hat er alles verdient. Ich habe mit ihm unglaublich lang gearbeitet. Er hat super Arbeit geleistet mit vielen Spielern, Stan auch, und mir sowieso. Ich kenne ihn, seit ich 14 Jahre alt bin, er war immer mein Konditionstrainer, seitdem ich glaube ich 19 bin, eins zu eins hat er dann mit mir gearbeitet. Mit 14 war er beim Verband, wo ich dazukam. Er hat den ganzen Center eigentlich geleitet. Da hatte ich sehr viel Glück, dass er da beim Verband war und dass ich profitieren konnte von seiner Arbeit auch mit den Maleeva-Schwestern und mit Marc Rosset. Ich habe mit ihm immer unglaublich hart gearbeitet und auch mich natürlich vorbereitet für die lange Karriere, denn ein Ziel war für mich, dass ich immer lange dabeibleiben kann, lange spielen kann mit den besten. Das zahlt sich heute natürlich immer noch aus, dass ich so häufig und so lange verletzungsfrei gewesen bin. Jetzt durch die Verletzung das ist natürlich eine ganz neue Situation auch für uns. Rehabilitation kommt ja meistens ein bisschen der Physio ein bisschen mehr zum Tragen, vor allem am Anfang. Aber wir waren natürlich schon auch in der Phase, wo wir uns zurückkämpfen mussten auch im konditionellen Bereich. Da brauchen wir eh eigentlich das grüne Licht vom Doktor her, vom Physio, dass wir arbeiten könne. Bis da eigentlich die Coaches das grüne Licht bekommen. Von dem her war es einfach interessant und wichtig zu sehen, wann dieser Zeitpunkt ist, weil danach wissen die Leute, was sie tun können.
Ihr Fazit zu dem Spiel heute. Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Leistung? War es ein Fortschritt im Vergleich zu gestern?
Roger Federer: Es war ganz ein anderes Spiel. Er hat viel mehr Risiko genommen auf allen Schlägen, Aufschlag wie auch Return und dann die ersten paar Schläge nach dem ersten Ball im Spiel. Heute war ein bisschen mehr Taktik dabei, mein Gegner hat heute eigentlich gut variiert hatte ich das Gefühl und eben einmal hat er alles getroffen auf dem Returnspiel im zweiten Satz. Ich dürfte nicht 0-40 hinten sein, den Smash, den müsste ich weg tun zum 15-30 anstelle von 0-40, wer weiß, dann bekomme ich vielleicht das Break nicht mehr. So war ich natürlich dann mit dem Rücken an der Wand und er hat nochmal einen super Return gespielt. Das war wirklich so ein Traum-Game, das es ab und zu geben kann auf Rasen, weil ich habe eigentlich okay serviert und von dem her war es sicher schade für mich, aber ein super Spiel für ihn. Ich konnte mich dann auch zum Glück zurückkämpfen, habe dann selber angefangen, besser zu servieren. Und umso länger das Match ging, desto besser habe ich mich danach gefühlt. Es war natürlich wichtig, den ersten Satz zu gewinnen, das ist mir nicht gelungen gegen ihn das letzte Mal, wo wir gegeneinander gespielt haben. Ich hätte sicher besser returnieren können, aber wer weiß, vielleicht kommt das noch im nächsten Spiel.
Sie spielen jetzt im Viertelfinale gegen jemanden, den Sie ganz gut kennen und es ist jemand, der auch Sie ganz gut kennt als Spieler. Wie sehen Sie von ihm die Entwicklung innerhalb der letzten fünf, sechs Monate, weil er sehr viel konstanter spielt, sechs von sieben Viertelfinals bei den letzten Turnieren gemacht hat.
Roger Federer: Schön zu sehen, weil ich finde es ist ein super Typ, sehr angenehm im Umgang. Auf dem Platz hat er eine wunderbare Ausstrahlung, spielt mit Leidenschaft und ist immer total fair. Also das ist einer von meinen Lieblingsspielern, die ich gerne spielen sehe und gegen die ich spiele. Von der Seite her, finde ich es für mich ist es nur normal, dass er sich nach vorne gespielt hat, weil ich war schon immer beeindruckt von seinen Möglichkeiten. Ich habe gegen ihn gespielt in Paris, wo er seinen Durchbruch geschafft hat und dann, ich glaube das war vorletztes Jahr vielleicht im Dezember, ist er nach Dubai gekommen und da habe ich mit ihn dann auch länger und viel trainiert und ich war sehr beeindruckt, wie hart er trainiert, wie locker er die Pace mit mir mitgehen kann eigentlich und die Möglichkeiten, die er hat im Spiel nach vorne. Heute hat er sicher extrem viel Glück gehabt gegen Stakhovsky. Der hat wunderbar gespielt und hat sich so noch gerettet danach Goffin, aber das zeichnet ihn auch aus momentan mit dem Selbstvertrauen. Er hat viele Matches gespielt, viel gewonnen eben und dann gewinnt man halt solche Matches. Er hatte vielleicht auch das Glück, dass er andere sich ein bisschen verletzt usw., aber nichtsdestotrotz ich glaube, das wird ein harte Spiel morgen für mich. Ja, gegen die besten ist das für mich jetzt sicher mal ein guter Test, zu sehen, wo ich stehe.
Ich würde gerne was aus dem Bereich Buntes fragen und mal über Ihr Outfit sprechen, dass ja ganz in Blau, angefangen bei den Schuhen bis zum Stirnband in Blau ist – als kurze Nebeninfo, in der Romantik war sinnbildlich für die Farbe Blau die Sehnsucht – was verbinden Sie selber mit der Farbe?
Roger Federer: Sehnsüchtig bin ich jetzt nicht unbedingt (lacht), vielleicht auf einen Titel, wäre mal schön zu gewinnen etwas (lacht), aber okay, ich bin momentan eher geduldig sagen wir es mal so. Blau ist meine Lieblingsfarbe. Ich habe viel in Blau gespielt, am Anfang von meiner Karriere noch eher in Rot wegen der Schweiz, Weiß, Rot und Schwarz. Unterdessen sind wir mit Nike mehr im Detail orientiert. Früher konnte man sich gar nicht vorstellen in ganz Blau zu spielen, aber das kam natürlich auf in 07, wo ich dann die Night Session in New York in ganz Schwarz gespielt habe mit der Inspiration vom Tuxedo-Look, habe ich heute kein Problem mehr in ganz Schwarz zu spielen, in ganz Blau zu spielen. Mir gefällt‘s, ich hoffe, den Leuten auch und wir reden eigentlich viel zusammen mit Nike, was wir in Zukunft machen können .Wir planen ja meistens über eineinhalb Jahre im Voraus. Jetzt ist schon US Open 2017 und es kommt dann schon 18, wo wir darüber reden. Ja, ich hoffe, es bringt mir Glück, sagen wir mal so (lacht).
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