26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Roger Federer

Letzte Wochen haben Sie gesagt nach der Niederlage, dass die vielen Asse das Problem waren. War das heute so ein Match, um in den Rhythmus zu kommen?
Ich meine Tommy ist sicher der bessere Rasenspieler als Sugita, er hat viel mehr Möglichkeiten von der Grundlinie, kann ans Netz kommen. Bei Sugita weiß man, da kommt nie ein Serve und Volle, bei Tommy könnte das das ganze Match kommen. Von dem her ist es natürlich ein ganz anderes Feeling, wenn man gegen so einen Spieler hineingeht. Da ist der Sieg und die Niederlage in deinem eigenen Schläger drin, was bei Tommy sicherlich anders war. Aber ich war zufrieden, dass ich die Bälle so verteilen konnte wie ich das wollte. Ich habe mich gut konzentrieren können. Ich hatte auch natürlich ein bisschen Ups und Downs, ich bin nicht Karlovic, der die ganze Zeit immer riesig servieren kann und die ganze Zeit nur Service-Winner macht, aber wichtig ist, dass ich im richtigen Moment gut spiele und danach auch vor allem clever und richtig spiele. Und das ist mir heute gut gelungen und darum bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, ich habe sehr viel Gutes gezeigt heute.
: Ich habe mich hier mit dem Chef-Greenkeeper Phil Thorn unterhalten, der sagt, er hat ein Jahr hart gearbeitet, um den Rasen hier so gut hinzubekommen und wartet auf ein Urteil, auf Ihres. Wie finden Sie den Rasen hier?
Also ich finde den Rasen hier so gut wie noch nie zuvor. Jetzt nicht nur den Center Court, der ist eh jedes Jahr immer besser geworden, weil der leidet natürlich, weil es sind sehr viele Schatten natürlich in dem schönen Center Court und er hält ja auch die ganze Atmosphäre drin. Das ist das Positive. Das Negative ist, dass er im Verhältnis sehr sehr wenig Sonne bekommt. Die Trainingsplätze, die sind wirklich auf sehr gutem Niveau unterdessen. Die waren natürlich früher schon viel wilder die Plätze. Von dem her kann er sehr stolz sein, sehr froh sein. Ich weiß nicht, wie viel natürlich auch das Wetter ausmacht, aber ich habe das Gefühl, dass die Rasenqualität und einfach wenn man schaut wie dicht der Rasen in diesem Jahr ist, habe ich das Gefühl, dass er nochmal ein Schritt besser geworden ist.
Wie wichtig ist es für Sie, dass der Rasen so weit wie möglich an dem in Wimbledon dran ist?
Schön wäre es, aber nicht unbedingt eminent wichtig, weil wir haben ja noch eine Woche davor. Auf Rasen sich zu bewegen, das ist ja sowieso schon gleich, danach ist einfach, dass die Beläge etwas unterschiedlich sind. Das ist immer so. Die Bälle fliegen anders in Stuttgart wie in Halle wie in Wimbledon nur schon von der Höhenlage vielleicht, keine Ahnung. Das ist immer wieder alles ein bisschen anders.
Sie hatten gesagt, dass Sie vermuten, dass in Wimbledon die besten den Titel ausspielen werden. Jetzt haben heute in Queens Stan und Andy Murray verloren. Welche Aussagekraft haben überhaupt diese Vorbereitungsturniere? Kann das mal schnell passieren auf Rasen? Wie würden Sie das einschätzen?
Ja, das kann sicher viel schneller passieren auf Rasen als vielleicht auf noch langsameren zum Beispiel Sandplätzen oder vor allem dann auch auf Hartplätzen ist es normal auch über zwei Gewinnsätze kann das viel schneller mal passieren. Zum Beispiel Raonic hat ja auch heute verloren, der musste gar keinen Breakball abwehren und der andere neun und dann hat der gewonnen, der neun abgewehrt hat. Der hat einfach im richtigen Moment besser gespielt und der Raonic hat das Ding nicht getroffen und solche Spiele gibt es halt einfach. Die muss man einfach abhaken. Ich bin natürlich sehr überrascht, dass es so viele auf einen Schlag getroffen hat dort und jetzt muss Isner auch noch gegen Cilic spielen, das ist ja dann die Vier der Setzliste, das ist überhaupt nicht die lustige erste Runde, die man haben will. Von dem her ist dort natürlich viel los. Kyrgios hat auch schon verloren oder aufgegeben. Aber ich glaube nicht, dass das groß einen Einfluss haben wird. Es ist nur positiv zu werten, wenn man gut spielt die Woche davor. Wenn man nicht gut spielt, dann hat man einfach ein bisschen mehr Druck am Anfang von Wimbledon, dass man vielleicht nicht ganz so befreit und locker reingehen kann, dass die Woche einfach in der Vorbereitung alles, was jetzt passiert für alle drei Spieler jetzt verloren haben, lange zu warten haben zur ersten, zweiten Runde. Man muss alles richtig machen im Training und man wird halt schneller mal, ich will nicht sagen negativ, aber man hinterfragt vielleicht mehr so sein eigenes Spiel und das ist nicht so lustig, leider. Wenn man mit einem Sieg kommt wie zum Beispiel Murray im letzten Jahr oder jetzt Florian Mayer in diesem Jahr, wo man dann dort hinkommt und alles ist wunderbar in Wimbledon, alle gratulieren dir, alles ist super in der Mannschaft, du triffst den Ball dann sowieso perfekt dann im Training und dann kommst du in die erste Runde nach Wimbledon und dann musst du einfach bereit sein. Und darum ist jetzt einfach der Weg dahin ein bisschen steiniger, aber zum Schluss glaube ich trotzdem, dass sie sehr gut spielen werden, vor allem wenn sie dann mal ein paar Runden gewonnen haben.
Sie spielen nächste Runde gegen Mischa Zverev. Ich kann mich an das Match hier in Halle erinnern. Sie auch? Das war ja eine klare Sache?
: Ja, gut, das war eher klar, aber ich glaube nicht, dass sich das so wiederholen lässt. Ich wäre überhaupt schon froh, wenn ich jemals wieder so ein Spiel haben werde in meinem Leben. Ich glaube, Mischa hat sich nochmal weiter verbessert, hat es auch bei den Australian Open gezeigt, dann in Genf, jetzt wieder in Stuttgart. Er spielt wunderbar. Sein Spiel ist sicher gut gemacht für den Rasen. Er spielt interessant, auf dem Return ganz ganz weit hinten, auf seinem Aufschlag kommt er immer ans Netz, von dem her ist es sicher speziell. Das haben wir vielleicht in dem Stil noch nie so gesehen. Aber anscheinend funktioniert es und ich muss einen Weg finden, dass ich da wieder anknüpfen kann an Australien und das Match hier. Aber es ist wieder ein neues Jahr, ein neues Turnier, man fängt leider wieder alles bei null an für mich jetzt, aber ich bin froh, wenn ich dieses Mal nicht wieder in der zweiten Runde wie in Stuttgart, wo ich auch gegen ihn gekommen wäre in der nächsten Runde.
Sie haben gesagt, für Sie ist es jetzt vor allem auch wichtig schlau und clever zu spielen. Ist es mehr darauf ausgelegt, was Sie selbst produzieren an Tennis oder auch auf den Gegner ausgelegt?
Ich glaube schon, dass man auch immer auf den Gegner aufpassen muss und Acht geben muss, wie man gegen ihn spielen sollte, was seine Stärken, was seine Schwächen sind, was sind seine Lieblingsschläge, wann packt er die aus usw. Es ist sicher hilfreich, wenn man die kennt, wie gegen Sugita, keinen Ahnung, ob er dann auf einmal bei Breakbällen anfängt Serve und Volley zu spielen, könnte ja sein. Auf das muss ich mich auch irgendwo einstellen oder man lässt es ihn einfach fünf Mal machen. Wenn du fünf Mal den Punkt verlierst, dann fängst du sicher an, das Ganze zu wechseln. Aber eigentlich will ich schon Tennis spielen diese Woche so, dass die Gegner sich an mich anpassen müssen, nicht ich umgekehrt. Eigentlich sollte ich so viel Power in meinen Schlägen haben und natürlich mit der Erfahrung wie gut ich auf Rasen spielen kann, ist glaube ich die Konzentration auf meinen eigenen Spielen eminent wichtig jetzt diese Woche.
Sind Sie vielleicht auch froh, dass Sie nach Stuttgart noch die Möglichkeit gehabt haben, nach Hause zu fahren und zu entspannen?
Froh? Ich freue mich immer, meine Familie zu sehen und mit ihnen Zeit zu verbringen, aber gleichzeitig kann das ja auch als Ablenkung ins Negative gehen, dass man dann zu Hause ist und gar nichts mehr macht und anfängt, Fehler zu machen. An den Turnieren ist man da fürs Tennis spielen und zu Hause ist es dann, ich will nicht sagen Feriengefühl, aber man muss aufpassen, dass man nicht so ein bisschen wegdriftet. Das Gute war ich wollte sowieso zwei Tage frei nehmen und das Team hat mir das auch empfohlen. Von dem her war es ideal, dass ich da sein konnte und mich da entspannen konnte und nicht irgendwo sonst weit weg von der Familie. Aber auch wenn ich jetzt nicht nach Hause gegangen wäre, würde ich trotzdem irgendwie happy sein hier, weil ich sehe die Familie die ganze Zeit, meine Frau. Und nach diesem Turnier sind wir dann wieder für Monate jeden Tag zusammen. Von dem her war es sicher schön, sie wieder zu sehen und vor allem die Kinder, zu schauen, dass alles okay ist zuhause und dass ich da auch mithelfen kann natürlich.
Alle Interviews