26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Roger Federer

nach seinem Sieg gegen Andreas Seppi

Ihre Nervenstärke diese Woche, Sie haben alle sechs Tiebreaks gewonnen, nimmt man das mit nach Wimbledon?
Roger Federer: Ja, auf jeden Fall, weil ich hatte nicht die beste Phase mit Tiebreakers die letzten paar Wochen. Ich weiß nicht genau, was die Statistik war, aber ich weiß, ich kann mehr, besser spielen in Tiebreaks. Und das konnte ich natürlich diese Woche perfekt wieder zeigen. Im Normalfall gewinne ich sehr viele Tiebreaks. Von demher ist das sehr wichtig im Hinblick für Wimbledon zu wissen, ah okay, wenn man gut Tiebreak spielt, dann gewinnt man sie auch. Dann habe ich einfach gegen gute Spieler verloren in der Vergangenheit diese Tiebreaks oder habe selber zu viele Fehler gemacht, keine Ahnung warum, aber ich habe mich sicher auch gut gefühlt in dieser Woche, habe sehr wenige Breaks zugelassen gegen mich, was sicher auch in Hinblick auf Wimbledon sehr wichtig sein wird.
Sie haben eben auf dem Platz schon gesagt, dass dieser achte Turniersieg für Sie immer noch etwas Besonderes ist. Wie gut ist denn jetzt das Omen, dass es vielleicht auch in Wimbledon vielleicht mit dem achten Titel klappen könnte?
Roger Federer: Ich hoffe natürlich nur das beste, dass es ein perfektes super Omen ist für mich. Acht ist sogar noch meine Lieblingszahl. Ich bewege mich in den Achtzigern mit meinen gesamten Titeln. Ja, aber von alleine kommt nichts. Zuerst werde ich die Auslosung abwarten müssen. Aber eins was auch klar ist, ich werde mich natürlich erholen müssen zuerst, dann mit der Freude über diesen Titel, danach die gute Vorbereitung für Wimbledon selber, die Auslosung mal abchecken und dann natürlich werde ich mich auf Dienstag in einer Woche vorbereiten, weil dann spiele ich, weil Novak spielt am Montag als Titelverteidiger und ich werde wahrscheinlich die Zwei bleiben, dann werde ich am Dienstag spielen, was auch gut zu wissen ist schon mit Hinblick auf was jetzt kommt die nächsten neuen Tage.
Im letzten Jahr haben Sie hier im Einzelfinale und im Doppelfinale gestanden. Beim Einzel ist die Begeisterung immer riesig groß, beim Doppel hat man so das Gefühl, das Medieninteresse nimmt ab, die Zuschauer gehen aus dem Stadion. Haben Sie das Gefühl, dass man beim Doppel vielleicht medial und auch sonst beim Veranstalter vielleicht was unternehmen müsste, um es populärer zu machen? Das sind super Matches.
Roger Federer: Ja, es sind super Matches und sine immer sehr knapp, sehr eng eigentlich. Das haben die Zuschauer gerne, die die dann eben noch bleiben, sind ganz froh gewesen, dass sie beim Doppel zugeschaut haben. Es hat ja auch Regelveränderungen gegeben, dass das Spiel nicht mehr so lang ist und die Zuschauer auch sagen, ja komm, das Doppelmatch schaue ich mir noch an, weil ich weiß, es geht nur maximum eine Stunde fünfzehn. Ja, und von demher hoffe ich natürlich schon, dass Doppel wieder ein bisschen mehr ein Trend wird, wo auch mehr das gefilmt wird und wieder ausgestrahlt wird, weil das Problem ist, es wird nicht mal sehr häufig aufgenommen, sogar wenn ich spiele oder Nadal spielt, nicht mal dann aus irgendeinem Grund. Aber ja klar, am Anfang war es auch der Fall, dass man überhaupt kämpfen musste, das Doppel nicht ganz zu verlieren, darum wir kommen von einer schwierigen Situation in den letzten fünf bis zehn Jahren, aber ich habe da Gefühl, das Doppel hat sich wieder besser etabliert und ich wünsche natürlich, dass es dann auch so bleibt oder besser kommt wieder.
Sie haben ja am Montag Ihr erstes Spiel gehabt, das war eine sehr enge Nummer. Am Ende der Woche steht man dann da und hebt den Pokal in die Höhe. Denkt man während oder nach dem Turnier nochmal zurück?
Roger Federer: Ja, auf jeden Fall, nicht jetzt im Moment selber, aber danach, wo ich dann Rede und Antwort gestanden bin gegenüber gewissen Medien, habe ich das schon nochmal erwähnt natürlich, wie viel Glück da auch manchmal dabei ist. Aber gleichzeitig wusste ich vielleicht, wo ich den Punkt gewonnen habe bei 5:4 im Tiebreak gegen Kohlschreiber, wo er ausgerutscht ist, glaube ich im langen Ballwechsel drin, ja, das könnte die Kehrtwende sein für das Match, für das Turnier und so weiter. Das Ziel ist ja nicht dann in der zweiten Runde zu scheitern, sondern eben das Turnier trotzdem noch zu gewinnen und darum war es eine ähnliche Situation, wo ich gegen Tommy Haas in Paris Breakball abwehren musste im dritten Satz und mir gesagt habe, so und genau diesen Punkt, diesen Schlag brauchte ich, um das alles zu drehen, weil danach was kommt, könnte gut sein. Darum muss man dran glauben, kämpfen und eben probieren, doch noch das Match irgendwie zu gewinnen auch wenn es mit Glück ist und nicht so wunderbar ausschaut. Aber Philipp hat gut gespielt, vielleicht sieht man das auch noch mehr jetzt in dem Resultat, wie ich hier gespielt habe hier. Ja, für mich ist es natürlich nochmal ein Riesenturnier geworden und ich freue mich riesig natürlich darüber.
Am Anfang der Woche haben Sie eine eigene Aussage ein bisschen revidiert, Djokovic sei nicht der große Favorit für Wimbledon, sondern der Wimbledon?
Roger Federer: Das hat der Journalist gesagt.
Wie ist es jetzt? Ist Djokovic immer noch der Favorit für Wimbledon?
Roger Federer: Ja, er ist Titelverteidiger und Welt Nr. 1 und spielt gut auf Rasen. Von demher, ja, ich glaube, er muss das fast sein irgendwie. Obwohl eben, keine Ahnung, es gibt viele, die auch gewinnen können, aber ich glaube, er hat jetzt einfach in diesem Jahr alle diese Grand Slams und Masters 1000 so stark gespielt plus das letzte Jahr, seit Wimbledon war er auch unglaublich stark. Er hat es auch verdient. Mit dem kann man sich noch gar nichts kaufen, das weiß er selber auch. Von demher ist das nur eh Vorgeplänkel. Ich bin das gewohnt. Darum diese Aussagen sind eigentlich alle völlig Wurst. Zum Schluss müssen wir eh auf dem Platz zeigen, was wir können und was nicht. Aber eben wie ich gesagt habe, mich würde es überraschen, wenn er schlecht spielt in Wimbledon, weil er hat sich enorm verbessert auf dem Boden, weil er kann für mich ganz natürlich wie auf Hartplatz und konnte Wimbledon glaube ich auch schon zwei Mal gewinnen, darum er weiß wie das geht. Ja, es wird sicher nicht einfach sein, ihn zu stoppen.
Jetzt ist die Rasensaison eine Woche länger, er hat trotzdem kein einziges Rasenturnier gespielt? Können Sie das nachvollziehen?
Roger Federer: Wenn man alles gewinnt, dann kann man machen, was man will. Dann kann man auch sagen, was man will, fast. Man muss ein bisschen aufpassen ab und zu, aber man hat meistens Recht, wenn man gewinnt. Das sind gute Jahre, die muss man genießen (lacht). Danach wird es ein bisschen komplizierter manchmal. Habe ich auch schon erlebt (lacht).
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