26. GERRY WEBER OPEN vom 18. – 24. Juni 2018

Ticket Center 05201 8180 Mo. bis Fr. 9–18 und Sa. 9–13 Uhr

Interview mit Tommy Haas

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich heiß Sie herzlich willkommen zum Pressegespräch am heutigen Montag. Bei all den großen Erfolgsmeldungen, die wir bis heute haben schreiben können, müssen wir leider etwas Wasser in den Wein gießen. Neben mir sitzt Tommy Haus und das macht mich ebenfalls sehr betroffen. Wir haben uns vor zwei Tagen noch persönlich unter vier Augen unterhalten und er hatte da großen Optimismus. Er ist schon seit ein paar Tagen hier in Halle. Er ist nicht hier, um am Rande des Teuteburger Waldes Urlaub zu machen, sondern er wollte bei den Gerry Weber Open Tennis spielen. Er hat als zweifacher Gerry Weber Open Sieger an sich und an das Turnier seine Ansprüche. Nur leider, so ist das Resultat: Tommy Haas kann leider nicht spielen. Tommy, Ihre Erklärung dazu.
Tommy Haas: Man kann lange darüber diskutieren oder es auch kurz halten, leider gibt die Schulter mir nicht die Chance, Tennis zu spielen im Moment und das heißt für mich wieder zu den nächsten Ärzten, schauen, was Sache ist, mehr Kernspinn machen und gucken, wie es voran geht. Es ist für mich sehr sehr traurig, denn wie Sie grade schon erwähnt haben, ist es für mich hier ein ganz besonderer Platz, immer gut gespielt, mich immer gut vorbereitet für die nächsten Wochen, grade auch insbesondere für Wimbledon. Die Weber-Familie kümmert sich immer sehr stark um alles hier, dass alles wirklich gut läuft und es ist eines meiner Lieblingstuniere hier zu spielen und da bereitet man sich besonders drauf vor, auch schon die Monate zuvor. Jetzt wieder so einen Rückschlag hinnehmen zu müssen, ist sicherlich mit das Schwierigste, in meiner Karriere sowieso, grade auch zu dem Zeitpunkt, wo ich angelangt bin, in meinem Alter. Deswegen schauen wir jetzt mal was lost ist mit meiner Schulter die nächsten Tage, die nächsten Wochen und dann weiß ich bald auch mehr.
Das heißt, Sie fliegen nach München, lassen sich dort behandeln und schauen dann, wie es weitergeht?
Tommy Haas: Ja, ich glaube jeder, der schon öfter Probleme hatte mit der Schulter oder viele Leute um sich hat, die sich dann drum kümmern, es kommen dann von allen Ecken her viele neue Ärzte oder neue Wunderheiler, die dann sagen, sie könnten vielleicht noch helfen oder man sollte doch dort vorbeischauen und das probieren. Ich denke, das Ein oder Andere werde ich auch nochmal wahrnehmen müssen, um zu sehen wie es weitergeht. Sicherlich werde ich die nächsten Tage die besten Schulterspezialisten nochmal besuchen.
Es ist ja in München schon nicht super gegangen in dem grausigen Match gegen Seppi bei sehr niedriger Temperatur. Wie ist denn der Unterschied zu München? Bereitet die Schulter Schmerzen?
Tommy Haas: Ich habe es schon bei den Australian Open gespürt. Da musste ich ja auch leider das Match frühzeitig beenden und dann geht es immer so weiter. Man versucht etwas zu finden oder macht ein bisschen Pause oder mehr Reha und versucht, wieder den Anschluss zu finden. Dann ging es nach einiger Zeit wieder ganz gut, obwohl man es wieder gespürt hat hier und da. Je nachdem wo man spielt und wie die Situation ist, ist es auf Sand, spielt man viele hohe Bälle über der Schulter. Vor München war es sowieso ein riesen Fragezeichen, ob man an den Start gehen kann. Das ging dann auch ganz gut. Dann am Halbfinaltag bei sechs, sieben Grad war es nicht so optimal für die Schulter generell. Obwohl in Madrid keine großen Schmerzen da waren, spürte ich die Schulter. In Rom ging es dann wieder ganz gut, habe sie dann aber auch da wieder gespürt, gegen Dimitrov ging dann gar nichts mehr. Dann wieder viel Reha gemacht, viel Therapie. In Paris lief es auch ganz gut bis zum 5:2, dann war es das erste Mal ein besonderer Schlag, wo ich sie intensiv gespürt habe. Das war sehr schockierend für mich. Und seitdem ist da Problem bisschen intensiver geworden und jetzt muss ich rausfinden, was das ist und wie es weitergeht.
Der Ausblick für Wimbledon?
Tommy Haas: Wenn ich jetzt noch einen finde die nächsten Tage oder die nächste Woche, der was machen kann, dann gibt es immer eine Hoffnung. Ich glaube, die Hoffnung stirbt sowieso immer zuletzt. Ich habe da ja auch das Eine oder Andere schon durchgemacht, auch ausprobiert. Ob das dann funktioniert oder nicht, ob ich dann ready sein kann nochmal für Wimbledon, das wird sich dann entscheiden. Aber ich hoffe es. Aber mal gucken.
Gab es eine besondere Situation hier im Training, die Ihnen gezeigt hat okay, es geht gar nicht?
Tommy Haas: Ja, es ist im Moment so, dass es einfach überhaupt nicht geht auch länger Bälle zu schlagen. Und das ist kein gutes Zeichen. Ich habe alles versucht, zu tun hier, um an den Start gehen zu können seit Paris. Jetzt ist es nicht besser geworden. Es ist auch schon eine Weile her, seit ich ein Match gespielt habe in Paris. Deswegen muss ich schauen, was da Sache ist und ob es mit Reha oder einer anderen Therapie vorangeht oder nicht. Das wird sich jetzt entscheiden.
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